Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften
e.V.

Förderung von Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation

Im Rahmen eines Forschungsschwerpunkts fördert die Deutsche Rentenversicherung Forschungsvorhaben, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation leisten. Erstmals haben sich hierfür mehrere Rentenversicherungsträger mit dem Bereich Reha-Wissenschaften der Deutschen Rentenversicherung Bund zusammengeschlossen und eine gemeinsame Förderinitiative ins Leben gerufen. Forschungs- und Versorgungseinrichtungen werden bis zum 25. Januar 2021 zur Einreichung von Projektskizzen aufgerufen, die sich mit grundlegenden Forschungsfragen zur Inanspruchnahme, Ausgestaltung und Wirkung von Leistungen und Prozessen der beruflichen Rehabilitation beschäftigen und dabei auch betriebliche und arbeitsmarktbezogene Rahmenbedingungen im Blick behalten.

Stimulierung, Intensivierung und Systematisierung von Forschungsaktivitäten zur beruflichen Rehabilitation

Die Rehabilitation hat die Aufgabe, behinderten oder von Behinderung bedrohten Menschen die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Bei der beruflichen Rehabilitation der Rentenversicherung geht es – ihrem gesetzlichen Auftrag gemäß – insbesondere um die Integration bzw. den Integrationserhalt im Arbeitsleben. Sie ist als Teil des gegliederten Systems der deutschen Gesundheitsversorgung und mit ihrer Ausrichtung auf die Arbeitswelt von den vielfältigen dynamischen Entwicklungen beider Bereiche unmittelbar betroffen. Zukunftsfähige und bedarfs- wie auch arbeitsmarktgerechte berufliche Rehabilitationsleistungen und -prozesse bedürfen der wissenschaftlichen Fundierung, Qualitätssicherung und kontinuierlichen evidenzbasierten Weiterentwicklung. Hierbei gilt es auch, eine personenzentrierte Perspektive einzunehmen und Leistungsangebote so zuzuschneiden und miteinander zu kombinieren, dass sie individuellen Bedarfslagen bestmöglich gerecht werden.
Bisher liegen jedoch nur wenige aussagefähige empirische Befunde zu Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) vor. Zugleich vollziehen sich gerade in diesem Bereich – unter anderem beschleunigt durch die SARS-CoV-2-Pandemie – vielfältige dynamische Entwicklungen, die beispielsweise die zunehmende Digitalisierung von Leistungsangeboten betreffen. Eine Stimulierung, Intensivierung und Systematisierung von Forschungsaktivitäten zur beruflichen Rehabilitation erscheint essenziell, um sicherzustellen, dass sich diese Entwicklungen auf wissenschaftliche Grundlagen stützen können.

Dabei erfordern der hohe und komplexe Forschungsbedarf und die zugleich stark regionale Ausrichtung von LTA eine übergreifende Förderinitiative mehrerer Rentenversicherungsträger, die sowohl regionsübergreifende, übergeordnete Vorhaben als auch die Bearbeitung regional spezifischer Fragestellungen mit Orientierung an jeweils unterschiedlichen Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Sozialstrukturen erlaubt. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, haben sich acht Rentenversicherungsträger mit dem Grundsatz- und Querschnittsbereich (G&Q) der Deutschen Rentenversicherung Bund zusammengeschlossen, um erstmals seit Bestehen der Rentenversicherung einen trägerübergreifenden Forschungsschwerpunkt zu initiieren. Am Forschungsschwerpunkt beteiligt sind:

  • Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg
  • Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd
  • Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg
  • Deutsche Rentenversicherung Bund, Abteilung Rehabilitation (Träger)
  • Deutsche Rentenversicherung Bund, Bereich Reha-Wissenschaften (G&Q)
  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
  • Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland
  • Deutsche Rentenversicherung Nord
  • Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Themen des Förderschwerpunktes

Vorbehaltlich der endgültigen Bewilligung der Haushaltsmittel sollen im Rahmen dieses Forschungsschwerpunkts Forschungsvorhaben gefördert werden, die das Ziel haben, Prozesse - 2 - der beruflichen Rehabilitation mit Bezug auf eines oder mehrere der vier folgenden Themengebiete zu untersuchen und zu optimieren:

  • Bedarf, Zugang und Inanspruchnahme von LTA
  • Analyse und Weiterentwicklung von LTA, flankierenden Leistungen und Prozessen der beruflichen Rehabilitation
  • Wirkungen beruflicher Rehabilitation
  • Arbeitswelt und Einbindung des betrieblichen Settings

Nähere Informationen, auch zu übergreifende Aspekten wie der Kooperation mit und Einbindung von verschiedenen Akteuren entnehmen sowie methodischen Zugängen Sie bitte der Förderbekanntmachung im Download-Bereich.

Nicht gefördert werden insbesondere:

  • Vorhaben, die sich ausschließlich oder primär auf Fragestellungen bzw. Leistungen außerhalb der beruflichen Rehabilitation beziehen (z.B. Vorhaben zur medizinischen Rehabilitation oder zu primärpräventiven Leistungen);
  • Vorhaben, die sich ausschließlich oder primär auf die Teilhabeleistungen durch andere Leistungsträger beziehen und somit vordergründig andere Zielgruppen fokussieren als Menschen mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Einschränkungen, die Versicherte bzw. Leistungsberechtigte gemäß SGB VI sind;
  • Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu kommerziell orientierten Produkten;
  • Vorhaben, die in der Vergangenheit oder zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits aus öffentlichen Mitteln (einschließlich Mitteln der Rentenversicherungsträger) unterstützt wurden bzw. werden;
  • Modellvorhaben, die im Rahmen des § 11 SGB IX (rehapro) gefördert werden.

Informationen

Relevanz und Nutzen für die berufliche Rehabilitation: Gefördert werden grundlagen-, anwendungs- und wirkungsorientierte Forschungsarbeiten, die dazu beitragen, der rehabilitativen Versorgungspraxis evidenzbasierte Erkenntnisse zur Weiterentwicklung ihrer Angebote zur Verfügung zu stellen und zukünftig effektive berufliche Rehabilitationsstrategien im Auftrag der Rentenversicherung sicherzustellen. Die Studien sollten insbesondere geeignet sein, bislang fehlende wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zugang zu und die Prozesse im Rahmen von LTA sowie über die Leistungen selbst und ihre Wirkungen zu erhalten.

Zuwendungsempfänger: Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen, Fachgesellschaften und Versorgungseinrichtungen der Rehabilitation (z. B. Bildungsträger, berufliche und medizinische Rehabilitationseinrichtungen), ggf. auch mit dem Status eines Unternehmens der gewerblichen Wirtschaft.

Art, Umfang und Höhe der Zuwendung: Fördermittel können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Eine Förderung ist für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren möglich. Wenn die spezifische Fragestellung dies erfordert, kann eine Förderung für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren gewährt werden; dies bedarf einer besonderen Begründung.
Förderfähig sind projektbezogene Ausgaben bei den wissenschaftlichen Teilaufgaben für Personal-, Sach- und Reisemittel sowie ausnahmsweise projektbezogene Investitionen, die nicht über das geplante Vorhaben hinaus auch für den sonstigen regelmäßigen Geschäftsbetrieb erforderlich oder vergleichbar im Geschäftsbereich des Antragstellers bereits vorhanden sind und deshalb der Grundausstattung des Antragstellers zuzurechnen sind. Ausgaben für die Durchführung der Rehabilitationsleistungen und gesundheitliche Versorgungsleistungen im Rahmen der Vorhaben sind grundsätzlich nicht förderfähig. Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben, denen ein angemessener Eigenanteil (z.B. Projektleitung) gegenüber stehen muss.

Antragsverfahren

Das Antragsverfahren ist als zweistufiges Verfahren ausgestaltet, bei dem der Antragstellung die Einreichung einer aussagekräftigen Projektskizze vorgelagert ist.

In der ersten Verfahrensstufe sind bei der koordinierenden Stelle aussagekräftige Projektskizzen bis zum 25. Januar 2021 in deutscher Sprache per E-Mail einzureichen an:

  • forschung-berufliche-reha@drv-bund.de 

Die Projektskizze ist nach dem „Leitfaden zur Erstellung einer Projektskizze“ (siehe Download-Bereich) zu strukturieren. Der Umfang sollte 7 Seiten (DIN A 4-Format, 1,5-zeilig, mind. 11er Schrift) zuzüglich Literaturverzeichnis, einer einseitigen strukturierten Zusammenfassung nach den Vorgaben im Leitfaden und ggf. eines Anhangs nicht überschreiten. Die Unterlagen müssen selbsterklärend sein und eine Beurteilung des Forschungsvorhabens ohne zusätzliche Informationen und Recherchen zulassen. Projektskizzen, die den Vorgaben nicht entsprechen, können ggf. nicht berücksichtigt werden. Sollte die Skizze von mehreren Partnern gemeinsam eingereicht werden, ist eine verantwortliche Projektleitung zu benennen, die die Antragstellung koordiniert. Aus der Vorlage einer Projektskizze kann kein Rechtsanspruch auf eine Förderung abgeleitet werden.

Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Verspätet eingehende Projektskizzen können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden. Bei verspäteter Vorlage wird dringend die vorherige Kontaktaufnahme mit dem Bereich Reha-Wissenschaften der Deutschen Rentenversicherung Bund empfohlen. Die vorgelegten Projektskizzen werden durch die an dem Forschungsschwerpunkt beteiligten Förderer, ggf. unter Hinzuziehung externer unabhängiger Gutachter, im Hinblick auf die Erfüllung der Förderziele und -voraussetzungen sowie nach den folgenden Kriterien bewertet:

  1. Inhaltliche Qualität
  2. Methodische Qualität
  3. Nutzen der Forschungsergebnisse für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation
  4. Machbarkeit. Über das Ergebnis der Bewertung werden die antragstellenden Projektleitungen schriftlich informiert.
Das Antrags- und Begutachtungsverfahren wird über folgende Stelle koordinierend abgewickelt:

Deutsche Rentenversicherung Bund 
Geschäftsbereich Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin Bereich Reha-Wissenschaften
Bereich 0420/R 4012
10704 Berlin

Ansprechpartnerinnen: Katrin Parthier und Dr. Anne-Kathrin Mayer

Telefon: 030 865-38824 (Katrin Parthier) / 030 865-32775 (Dr. Anne-Kathrin Mayer)
E-Mail: forschung-berufliche-reha(at)drv-bund.de

Es wird empfohlen, im Vorfeld einer Projektskizzeneinreichung mit dieser Stelle Kontakt aufzunehmen. Weitere Informationen und Erläuterungen sind dort erhältlich.

Downloads

Informationen zum Förderaufruf
Förderbekanntmachung_Bekanntmachungstext.pdf (360.67KB)
Informationen zum Förderaufruf
Förderbekanntmachung_Bekanntmachungstext.pdf (360.67KB)


Leitfaden zur Erstellung einer Projektskizze
Antragsverfahren_Leitfaden_Skizze_BerReha.pdf (244.2KB)
Leitfaden zur Erstellung einer Projektskizze
Antragsverfahren_Leitfaden_Skizze_BerReha.pdf (244.2KB)